Ausstellungsprogramm 2014

Der 21. Aichacher Kunstpreis geht an Heng Li

Am 21. September 2014 wurde der 21. Kunstpreis der Stadt Aichach und der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen vergeben.
Der diesjähriger Kunstpreisträger ist Heng Li.

Begründung /Laudatio 21. Aichacher Kunstpreis 2014 – vorgetragen von Bürgermeister Klaus Habermann:
Die Jury hat eine Arbeit ausgewählt, die überzeugt hat durch die künstlerische Qualität und durch die Wirkung, die von ihr ausgeht.

Die Arbeit zeugt von einer eigenen kulturellen und individuellen Erfahrung.
Diese Erfahrungen kommen sowohl in der künstlerischen Arbeitsweise wie in der Motivik zur Geltung.
In der Arbeitsweise stecken Elemente der Zeichnung, der Malerei. Im Detail finden sich aber auch feine skulpturale Effekte.

Beim Betrachter kann die Arbeit eine Empfindung wecken, die man als Melancholie,
als Erinnerung an eine Sehnsucht bezeichnen könnte.Sie ist voller Ahnung, aber auch voller Gewissheit.

Es gibt da scheinbar keine Menschen, nur Natur. Und doch ist der Mensch anwesend, als Betrachter wird er
förmlich hineingezogen in das, was einfach so ist, was ohne sein Zutun so ist wie es ist.
Auf den ersten Blick also Natur, wogendes Gras bis zum Horizont, eine Ebene, eine Steppenlandschaft,
sie könnte irgendwo angesiedelt sein, in Amerika, in Afrika, in Asien, in der Ukraine vielleicht. Das Reale wird abstrakt.
Ein Streifen Licht am Horizont, ein Untergangsszenario?
Oder eher umgekehrt?: Licht bricht sich Bahn, stemmt sich gegen das Gewölk am Himmel.
Oder ist auch das ein Trugschluss?
Ist es nicht ein Nichts, oder: das Nichts, die Leere, die uns da begegnet?
Ein nicht fassbarer Raum, aber ohne ihn gäbe es kein Oben und Unten.
Das Dunkle und das Helle, Weiß und Schwarz, sie brauchen einander absolut.
Und im Schwarz hat das Gras seine Entsprechung im Schwarz des Himmels.
Der Betrachter wird zum Teil der inneren Bewegung in der Arbeit, zur Natur.
Und das ist etwas tief Humanistisches, etwas, das die Kulturen verbinden kann, und das haben wir bitter nötig.
Bei unserem Künstler und Preisträger sind die Bewegung und ihre Wiederkehr unvermeidbar.
„Unvermeidbar“, so lautet auch der Titel der Arbeit, die ihr der Künstler gegeben hat.
Es ist also Heng Li, der den 21. Aichacher Kunstpreis erhält.

Der Künstler ist in Aichach kein Unbekannter, er war in den letzten Jahren bereits öfter
in die Kunstpreisausstellung gewählt worden. Die diesmal eingereichte Arbeit hat die Jury voll überzeugt.

Ein paar Daten zu seiner Biografie:
Li Heng ist 1979 in Urumqi (gesprochen: Ürümtschi), der Hauptstadt der autonomen Provinz Xinjiang
im westlichen China geboren, der Stadt, die auf der Welt die weiteste Entfernung zu einem Meer hat (2000 km).
Er hat bereits als Kind Kalligrafie und Malerei gelernt, hat mit 16 Jahren an der zentralen Akademie
der Bildenden Künste in Peking studiert, mit 20 dann in St. Petersburg. Von 2000 bis 2002 war er wieder in China,
malend und reisend, seit 2002 in Deutschland, zuerst in München, von 2004 bis 2010 an der Akademie
der Bildenden Künste in Nürnberg bei den Professoren Ralph Fleck und Ottmar Hörl, zuletzt als Meisterschüler
von Professor Hörl. Jetzt lebt und arbeitet er in Haar bei München.

Die Ausstellung dauert noch bis 19. Oktober 2014.
Öffnungszeiten: Samstags, Sonntags und Feiertags von 14.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung.
Öffnungszeiten in der Museumsnacht am 11. Oktober 2014: ab 19.00
Uhr

Begleitend wird in den sog. SanDepot-Hallen eine Ausstellung, der für den Preis jurierten Werke
von folgenden Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Bayern gezeigt: aktuelle Malerei, Zeichnung,
Fotografie, Bildhauerei, Installation, Videokunst.
Teilnehmende Künstler: Bader Elisabeth, Balda Renate, Bauer Karin, Böhm Andreas, Cortizo Carlos,
Dlouhy Herbert, Droste Thilo, Eitel Beatrix, Feldmeier Joachim, Gascoigne Lisa, Gebhardt Monika,
Geggerle-Lingg Ursula, Gehrcke Renate, Heindl Elisabeth, Hof Christian, Holzner Marile,
Kassnel-Henneberg Erika, Kummer Christine, Kut Aldona, Lange Rüdiger, Lankes Hans, Li Heng,
Löw Stephanie, Moll Anna Maria, Müller Kerstin, Nam Changhee, Oeser Friederike, Osann Christiane,
Ottmann Karin, Reiter Christine, Rogat Marc, Roth Karin, Scheindling Ilan, Schwarzmann Michaela,
Schwarzmann Stephan, Seis Phillip, Skringer Kerstin, Stumpf Constanze, Stumpf Elisabeth,
Supe Monika, Trespi Alex, von Quast Ulrike und Walter Günter.

Der Publikumspreis wird am Ende der Ausstellung nach der einfachen Mehrheit der Besuchervoten vergeben.

>>> Artikel in den Aichacher Nachrichten, 21.09. 2014 „Kunst von heute im Spiegel der Zeit“ von Vicky Jeanty
>>> Artikel in den Aichacher Nachrichten, 22.09. 2014 „Aichacher Kunstpreis für Heng Li aus China“ von Erich Echter
>>> Artikel in der Aichach Zeitung, 20.09. 2014 „Die dunkle Seite der Kunst“ von Dr. Berndt Herrmann
>>> Artikel in der Aichach Zeitung, 22.09. 2014 Unvermeidbar“ von Carina Lautenbacher

„Das Kleine Format“

Ausstellungsort: Köglturm beim Unteren Tor, Aichach, Hinterm Turm
Vernissage: Sonntag, 9. November 2014, 11.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 9. November. – 7. Dezember 2014
Öffnungszeiten: Samstag/Sonntag 14.00 – 18.00 Uhr

Die jurierte Ausstellung zeigt im historischen Turm der Stadtbefestigung Papierarbeiten
im Format 20 x 20 von etwa 35 Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Bayern.

>>> Hier finden Sie die Ausschreibung und das Einlieferungsformular für „Das Kleine Format“

„Mitglieder-Jahresausstellung“ im Sisi-Schloss

Ausstellungsort: Sisi-Schloss, Klausenweg 1, Aichach-Unterwittelsbach
Vernissage: Sonntag, 30. November 2014, 14.00 Uhr
Finissage: 6. Januar 2015, 14.00 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag/Sonntag und Fr. 26. Dezember, 14.00 – 18.00 Uhr

Die jurierte Ausstellung präsentiert in den Räumen des historischen Sisi-Schlosses
in Aichach-Unterwittelsbach aktuelle Arbeiten von Künstler-Mitgliedern des Kunstvereins Aichach.